ASV Durlach      Verbandsliga 2012/13   

 

                                                                   Vorschau 

Die Vorschau - Höpfingen als Exot der Staffel
        Topfavorit TSG Weinheim
 

 

In der Verbandsliga stellen sich kommende Saison fünfzehn Mannschaften vor. Der Exot unter den Mannschaften ist zweifelsfrei der TSV Höpfingen; eine Gemeinschaft die unter Trainer, Elmar Dietz, den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte. Der Ort liegt in der Nähe von Mosbach und zählt 3200 Seelen. Für den kleinen Ort ist die neue Liga absolutes Neuland und von daher gesehen sollten die Jungs aus dem Odenwald kleinste Brötchen backen. Das Ziel kann nur der Klassenerhalt heißen. Auf der eigenen Homepage, die den Ort beschreiben soll, heißt es, „Höpfingen, im Zentrum des Madonnenländchens“ - Vierzehn Mannschaften haben kommende Saison die Möglichkeit dieses Zentrum einen Besuch abzustatten, wenn die Blau-Gelben am Bruno-Störzer-Weg die Beletage der verbandshöchsten Liga erwarten.
   Die SG Heidelberg-Kirchheim ist wahrlich kein Unbekannter in der Verbandsliga. Siegfried Kollmar führte den Verbandsliga-Meister aus den Jahren 1984 und 1998 zurück in die Liga. Das Sportzentrum-Süd in der Pleikartsförster Straße freut sich auf die Rückkehr bekannter Veteranen. Mit einem 3:2 über den FC Nöttingen II wurde die Eintrittskarte für die Verbandsliga gelöst. Kirchheim gehört zur Stadt Heidelberg und zählt 15.000 Einwohner. Vorstellbar, dass die Elf im unteren Mittelfeld der Liga landet.
   Der VfL 1848 Bochum unter den Verbandsligisten heißt SV Sandhausen II, neuerdings Reserve eines Zweitligisten. In der Saison, 10/11, stieg man mit 22 Punkten als Vorletzter ab. Zwei Jahre zuvor gelang dem SV Sandhausen II das gleiche Kunststück. Mit 64:64 Toren und 28 Punkten musste man den Weg in die Landesliga gehen. Das Stehaufmännchen aus der Rhein-Neckar-Region konnte sich unter der Leitung des Leitwolfes, Frank Böhringer, mit 11 Punkten Vorsprung auf die SGH Kirchheim die Meisterschaft aneignen. Eine äußerst erfolgreiche Saison der „Krautköpf“, wenn man den Aufstieg der Ersten hinzurechnet. Das Einzugsgebiet der Männer aus dem Hardtwald-Stadion ist 14.500 Seelen groß. Sandhausens Reservierung auf einen Verbandsligaplatz könnte eventuell die Dauer von mehr als zwölf Monaten überschreiten.
   Aus unserer Region feierte der TSV Reichenbach die Rückkehr in die Verbandsliga. Das letzte Spiel in dieser sportlichen Region absolvierten die Waldbronner am 31.Mai 2008. Damals gewann das Team beim FC Rot mit 2:3 und erreichte am Saisonende 34 Punkte. Es reichte nicht - Reichenbach stieg als Vorletzter ab und spielte fortan in der Landesliga. Die Episode, Verbandsliga, wird sicherlich keine leichte werden. Reichenbach muss kommende Saison weiter begeistern damit das Intermezzo nicht nach einem Jahr eingestellt wird.
   Die TSG 62/09 Weinheim wurde in der vergangenen Saison Zweiter und verfehlte das Ziel meilenweit. Die Weinheimer wollten als Absteiger unbedingt aufsteigen, um den Betriebsunfall, Verbandsliga, schnellstmöglich vergessen zu machen. Man rechnete nicht damit dass der Dorfverein, TSV Grunbach, der TSG das Wasser abgraben würde. In der Winterpause sah es noch so aus als sollte alles auf einen Zweikampf hinauslaufen. Weinheim kam aus der Winterpause wie Calli Calmund aus der Hocke während Grunbach die Fährte aus dem Vorjahr ohne Umwege aufnahm. Mit elf Punkten Rückstand hatte Weinheim weitaus weniger Patronen im Lauf wie das Fuchs-Team aus Grunbach. Nun soll der Aufstieg in dieser Saison gelingen - alles andere wäre für den Traditionsverein fatal. Den Ex-Profi, Michael Köpper (45) erwartet eine heikle Mission - die Meisterschaft aus den Jahren 1999, 2001 und 2003 soll wiederholt werden.
   Der SV 98 Schwetzingen konnte in der vergangenen Saison erfreuen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde pellten sich die SV-Jungs aus dem Kostüm der grauen Maus und entpuppte sich als eine bunte erfolgsorientierte Gesellschaft. Björn Weber entfachte geballte Kaltblütigkeit vor der Hütte des Gegners und war mit 28 Treffern nicht unerheblich am Kreuzzug der Schwetzinger beteiligt. Mit 54 Punkten verschwand die Relegation erst am Ende vom Notizblock der Burgenstraße-Anwohner. Der Verbandsliga-Meister, 1986 und DFB-Pokal-Bestreiter, 1984, könnte im kommenden Jahr das Ü-Team der Liga werden obgleich die gute Platzierung der vergangenen Runde auch eine betonschwere Hypothek bedeuten könnte. Alles bis Platz neun wird möglich sein.
   Der FC Astoria Walldorf II wurde in der letzten Saison Vierter, was als Erfolg bewertet werden kann. Nach einem elften Tabellenplatz (09/10) und einem fünften Platz im letzten Jahr wurde in der letzten Saison die Punktausbeute um einen Punkt gesteigert (50 Punkte). Tabellarisch gesehen war Platz vier die sportliche Heimat der Kurpfälzer und Erben, Astors. Andreas Kocher’s Equipe startet abermals ohne den ganz großen Druck denn Aufsteigen ist nur dann ein Thema wenn die Erste den Weg in die Oberliga freimacht. Ein Abstieg der Truppe sollte kein Thema sein und werden. Rang fünf bis neun sollte auch im kommenden Durchgang vor dem Vereinsnamen prangern.
   Was können wir vom ASV Durlach erwarten? Die Endplatzierung der letzten Saison konnte als Erfolg gewertet werden. Allerdings konnte der scheidende Trainer, Herceg, die Truppe nur für den ersten Teil der Saison pushen. Am Ende der Saison verfiel der ASV in eine Lethargie, die eine Serie von neun sieglosen Spiele aufzeichnete. Uwe Esch übernimmt zur neuen Saison und muss auf einige abgewanderten Recken verzichten. Es wird eine ganz schwere Saison der Turmberg-Kicker an der am Ende der Klassenerhalt stehen soll. Ein schwieriges Unterfangen der Blau-Weißen aus der Liebensteinstraße, die in den Jahren 93, 05 und 08 als Meister hervorgingen.
   Kommen wir zum FC Spöck, die mit Platz 6 in der Vorsaison überraschten. Ob dieser Erfolg wiederholt werden kann? Coach, Cerovac, steht vor einer schweren Saison - nimmt man das abgelaufene Jahr als Maßstab für zukünftige Errungenschaften. Ich denke nicht dass Spöck diesen Erfolg wiederholen kann; glaube aber auch nicht dass die Tour in den Tabellenkeller führt. Einen Platz jenseits der Grenze, einstelliger zu zweistelligen Tabellenplatz, könnte am Saisonende zu Buche stehen.
   Die zweite Mannschaft des SV Waldhof Mannheim wurde nach Platz 12 im Jahre 10/11 Siebter im vergangenen Jahr. Was die Truppe zu leisten vermag ist schwierig zu beurteilen. Die Waldhöfer sind davon abhängig was von der ersten Mannschaft abgegeben wird. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Leistungsvermögen der Kurpfälzer.  
   Nach Platz vier kam Platz acht. Germania Friedrichstal enttäuschte im vergangenen Jahr keineswegs - musste aber einen Abfall von vier Rängen nehmen und landete auf einen achten Tabellenplatz. Ab- und Neuzugänge halten sich die Waage. Coach, Klein, verließ das Team kurz nach Saisonende und wechselte mit Rainer Scharinger nach Altach. Hartmut Kaufmann, ein unbeschriebenes Blatt in unserer Region, übernahm. Die Germanen sehe ich auf einen zweistelligen Tabellenplatz.
   Ein kleines Dorf namens Zuzenhausen (2200 Einwohner) entpuppte sich in den letzten zwei Jahren als Mitspieler der Verbandsliga. Im Schatten von Didi Hopp und der TSG Hoffenheim hegte man einst hohe Ziele. Inzwischen ist das kochende Wasser etwas abgekühlt; Zuzenhausen glänzte in der nahen Vergangenheit durch stabiles Mittelmaß. Der neunte Tabellenplatz im Vorjahr; der zehnte Platz im Jahr zuvor. Sollten die die „Briggehossler“ erneut zwischen 32 und 40 Punkte ordern winkt wieder ein Rang im Tabellenzentrum. In der kommenden Saison sollte Zuzenhausen zwischen Platz sieben und neun landen.
   Der 1.FC Bruchsal gehörte im vergangenen Jahr eher zu den Enttäuschungen der Liga. Nach einem neunten Platz im ersten Jahr ihrer Liga-Zugehörigkeit verstärkten sich die Spargelstädter nicht unerheblich. Bruchsal gehörte fortan zu den Spitzenmannschaften. Zwar holte das Team sechs Punkte mehr im vergangenen Jahr - was aus zwei Spielen mehr resultierte, die die Bruchsaler absolvieren durfte aufgrund der größeren Staffelstärke. Es reichte aber nur zu einem durchwachsenen zehnten Tabellenplatz. Eigentlich sollte diese Vorgabe in dieser Saison übertroffen werden.
   Unweit weg liegt das Terrain des Lokalrivalen, FC 07 Heidelsheim. Dritter in der Saison 2010/11; Elfter im Folgejahr. Trotz der höheren Anzahl an Spielen holte man zwanzig Punkte weniger. Eine zufriedenstellende Saisonleistung sieht meines Erachtens anders aus. Die Heidelsheimer, die personell einen sehr guten Kader besitzen, sollten ein Kandidat für einen Platz unter den ersten sechs Mannschaften sein. Beim Stöbern durch die Homepage des Vereins konnte man keine News lesen. Aus diesem Grund ist es nicht möglich kadertechnische Veränderungen festzustellen. Der FCH wird sich in der Verbandsliga halten ...
   Zu neuen Ufern wollten die Goldstädter einst aufbrechen. Die Fusion des VfR Pforzheim und des 1.FC Pforzheim vernichtete viel Tradition in der badischen Stadt. Einen Aufschwung konnte bislang nicht erkannt werden. Mit Gökhan Gökce stellte der 1.CfR einen jungen Recken aus dem VfR-Stall auf die Kommando-Brücke für den weniger erfolgreichen Reiner Krieg. Ein neuer Weg, der mit dem Kenner der Jugendmannschaften gegangen wird, scheint sich zu zeigen. Man darf kommende Saison gespannt sein wie sich dieser in der Praxis zeigt. Die Pforzheimer könnten für eine Überraschung sorgen - könnte aber ebenso nach hinten losgehen. Hinter Nöttingen und Grunbach ist man nur noch Nummer drei - nun rüttelt der SV Kickers am bronzenen Stuhl.
 

Zweikampf im Spiel, Durlacj-Friedrichstal

Foto  - Andrè Kappler
 
Oliver Raupp , 09.07.2012