Page 21 - Demo
P. 21
auch Geld verdienen k%u00f6nnte. Vor dieser Saison hat der ASV ein Expos%u00e9 eines Jugendspielers mit Videoausschnitten bekommen, der in der A-Jugend eines Vereins aus der weiteren Umgebung meistens auf der Bank sa%u00df. Hiervon gab es nat%u00fcrlich keine Videobilder, daf%u00fcr aber einen Vater, der seinen Sohn %u00fcberall anpries und nat%u00fcrlich nach Geld fragte. Dies ist kein Ausnahmefall. L%u00e4ngst hat der Badische Fu%u00dfballverband Tabellen mit Abl%u00f6sesummen bei Vereinswechseln von Jugendspielern festgesetzt. Beim ASV war mal f%u00fcr kurze Zeit ein Spieler aktiv, der mit 23 Jahren schon im f%u00fcnften Verein unterwegs war und ist (Jugendzeit nicht mitgerechnet!). Wenn man den durchaus talentierten Spieler verpflichten wollte, musste man seinen Bruder ebenfalls zum Verein holen, weil der Vater dies so wollte. Jeder Vater, auch jeder Spieler, wei%u00df, dass ein Verein keinerlei M%u00f6glichkeit hat, einen Spieler, der von den A-Junioren in den Seniorenbereich wechselt, im Verein zu halten. Ein neuer Verein zahlt die beim BFV %u00fcbliche Abl%u00f6segeb%u00fchr und das war's dann. Der zweite Faktor, gegen den wahrscheinlich der beste Jugendtrainer nichts ausrichten kann, ist das Aufh%u00f6ren. Auch hier ein konkretes Beispiel: der ASV Durlach hatte in der vergangenen Saison bis zur Winterpause eine sehr erfolgreiche B-Jugend. Da gab es unter anderem einen 10:2-Sieg gegen eine Spielgemeinschaft aus DJK Durlach und den Bergdorfvereinen, Halbzeit 9:1. Allein dieser Fakt zeigt schon, wie wenig konkurrenzf%u00e4hige Jugendspieler es %u00fcberhaupt gibt. Nach der Winterpause ist diese Mannschaft auseinandergefallen, weil zum einen wieder einmal andere Vereine zugegriffen haben und zum anderen mehrere Spieler aufgeh%u00f6rt haben, Fu%u00dfball zu spielen. Argument der Eltern: mit dem bevorstehenden Abitur sei die Belastung f%u00fcr die Kinder zu hoch. Auch kommt hinzu, dass man im %u00e4lteren Jugendbereich im Training auch einmal Dinge tun muss, die nicht unbedingt Spa%u00df machen. Dies gef%u00e4llt vielen Eltern wiederum nicht, die den Sportverein ergebnisunabh%u00e4ngig als Bespa%u00dfungsdienstleister sehen und denen der Leistungsgedanke im Sport fremd ist. Der ASV hat allen Ernstes in der letzten Saison eine Mail bekommen, in der gefragt wurde, ob der Mitgliedsbeitrag zur%u00fcckerstattet wird, weil einmal das Training wegen Regen ausgefallen ist. Ob das Training nur deshalb ausgefallen war, weil die Eltern die dunklen Wolken am Himmel als schlechte Vorsehung f%u00fcr die Zukunft ihres Spr%u00f6sslings gedeutet haben, war nicht mehr in Erfahrung zu bringen.Verwerfungen in der NachwuchsabeitUnter diesen Voraussetzungen eigene Spieler aus der E-Jugend bis in die 1. Mannschaft hervorbringen? Das kann nur in seltenen Ausnahmef%u00e4llen gelingen und es ist jedem Verein zu w%u00fcnschen. Aber es ist unrealistisch und scheitert an den Eltern und an der Konkurrenz. Genauso unrealistisch ist der Glaube, dass ambitionierte Amateurfu%u00dfballer f%u00fcr einen Kasten Bier Fu%u00dfball spielen. Beim ASV Durlach wird ein Kasten Bier %u2013 jedenfalls bei der 1. Mannschaft %u2013 nach dem Spiel nicht einmal leer. Denn viele Spieler trinken keinen Alkohol. Nichts ist mehr wie fr%u00fcher%u2026 aber das war schon immer so. Drei oder mehr Euro ins Phrasenschwein.Neues aus dem Sommerloch: Vom Jugendfu%u00dfball, Regentropfen und Bierk%u00e4sten

